Dick Brave

06.05.2026 - Backstage München

Mittwoch Abend, Championsleague Halbfinale. Rückspiel in München. 

 

 

Ungewöhnliche Worte für den Anfang neines Konzertblogs. Doch genauso startete er, mein Konzertabend. Denn vor dem Backstage in München stehen viele Menschen im Bayern Trikot. Auf den ersten Blick etwas verwirrend aber nach dem ersten Lagecheck konnte man zwei Schlangen erkennen. Die eine ging zum Public Viewing, die andere zum Dick Brave Konzert. 

 

Um 19:15 Uhr ging es los mit dem Vorprogramm. Der 25-jährige Dominic Moews aus Berlin kam mit Elvis Tolle und Gitarre auf die Bühne und überraschte mit seiner gewaltigen Rock'n Roll Stimme. Neben zwei eigenen Songs heizte er vor allem mit bekannten Rock'n Roll Hits der 50er und 60er Jahre ein. Sogar Musikwünsche aus dem Publikum brachte er spontan in seinem ursprünglichen für eine halbe Stunde geplanten Set unter. Laute Rufe nach Zugabe und der gewaltige Applaus des Münchner Publikums zwangen ihn sogar dazu, zwei Songs zu überziehen. "Egal, heute ist eh Tourabschluss" meinte er dazu mit einem Augenzwinkern. Der Sympathische Berliner mit der Elvis Stimme ist ein echter Geheimtipp. Vielleicht werden wir ihn künftig öfter auf großen Bühnen des Landes erleben.

 

 


"Guess who's back" singt die Stimme aus den Lautsprechern während die Band und kein geringerer als Dick Brave himself um kurz nach 20 Uhr aus dem dunkeln auf die Bühne treten. Das Publikum rastet aus. Lange haben sie sich auf diesen Moment gefreut.  Bereits wenige Minuten nachdem der Ticketshop damals online ging, war das Konzert in München, das erst im Nachgang auf den Tourplan gewandert ist, restlos ausverkauft. Nun ist es also soweit. Dick Brave steht mit dem Rücken zu seinem Publikum. Ein kurzer Moment des Innehaltens, dann zählt Schlagzeuger Sven Petri für "Back for good" ein, das Take That Cover, das gleichzeitig der namensgebende  Titelsong für das im Januar erschienene Album ist. Direkt danach legte die Band mit "Tonight I ain't rock" und "get the party started" nach, ehe Dick Brave sein Münchner Publikum begrüßte. und sich für sein immernoch schlechtes Deutsch entschuldigte, das auch in den 12 Jahren Pause nicht besser geworden sei - er lerne ja auch von Samu Haber und Rea Garvey.

 

 

Nach dem wilden und energetischen Start, geht es nicht ruhiger weiter. Es folgt ein Klassiker der Norwegischen Band aha - "Take on Me" in der Dick-Brave-Rockabilly-Version. Hier kommt vor allem Dicks gewaltiger Stimmenumfang zur Geltung.
Dass Dick brave Konzerte "Mitmachen Konzerte" seien, erfuhr das Publikum beim Dua Lipa Cover "Be the One". Denn Dick Brave teilte das Publikum in drei Chorgruppen ein und ließ sie die "Be the One"-Stelle im Kanon singen, was überraschend gut funktionierte.

Dick brave hatte seine Pause genutzt um auch andere Künstler zum Erfolg zu pushen. So traf er, laut seiner Erzählung, auf eine junge Country-Sängerin, die einen Image-Wandel angehen wollte um künftig auf Pop-Musik umzusatteln. Er gab ihr die einfache Empfehlung das alte Bild einfach abzuschütteln mit der Anweisung "Shake it off". Es folgte ein Taylor Swift Cover...


Beim "Beautiful Things" Interpreten Benson Boone, sah er sich augenzwinkernd an sich selbst erinnert, hatte Dick Brave doch früher auch oft Saltos auf der Bühne geschlagen, wie es Benson Boone bei seiner Grammy-Performance im vergangenen Jahr tat. Ohne Salto, dafür nicht weniger spektakulär wurde "Beautiful Things" natürlich performt, ehe George Michaels "Freedom" folgte.

Als danach plötzlich ein weiteres Mikro auf die Bühne gebracht und ein Kabel für mutmaßlich eine Gitarre über die Bühne gezogen wurde, wurde mir klar, jetzt bekommen wir einen zusätzlichen Gast zu sehen. Erst dachte ich kurz an ein Duett mit Support Act Dominic Moews zum Tourabschluss, allerdings hatte sich Dick Brave bereits vor einigen Minuten bei ihm für die Begleitung seiner Tour bedankt und somit wäre das Thema eigentlich abgehakt. Dick Brave begann die Ankündigung des nächsten Songs aber mit den Worten, dass dies sein erster Song sei, den er auf deutsch singe, war mir sofort bewusst, wen wir nun auf der Bühne erwarten können.
Kein geringerer als den Nummer 1 Hit Interpreten des vergangenen Jahres - Oimara war es, der gleich auf die Bühne kommen würde. Das Duett von Wackelkontakt kam natürlich beim Münchner Publikum besonders gut an, war der Song ja auch einer der Wiesn-Hits im vergangenen Jahr.


Ein besonderer Moment wurde im Anschluss geschaffen, als die Band sich ganz vorne an der Bühne versammelte um gemeinsam in ein Mikro zu performen. Die beiden Elvis Klassiker "All shook up" und "Teddy Bear" überzeugten in der Akustik-Version. 
Mit "Summertime Blues", "Highscool Confidential" und "Buona Sera" gab es weitere große Hits aus den späten 50ern zu hören ehe es mit dem Abba Cover "The Winner Takes it All" und Elton Johns "I'm still standing" in die frühen 80er Jahre ging. Das zuvor angekündigte große Finale brachte auch noch "Whats love got to do with it" und "Just can't get enough" mit sich, ehe Dick Brave und seine Band die Bühne verließen.

Zweimal kamen sie allerdings für jeweils zwei Zugabe Songs zurück. Beim wohl bekanntesten und erfolgreichsten Dick-Brave-Cover braucht es nur die erste Textzeile, um das Publikum zum Ausrasten zu bringen. So trat Dick Brave ans Mikro und sang: "My tears are fallin..." und die Menge unterbrach die Performance mit großem gejohle. Also nochmal neu angesetzt und "Take Good Care" erklang durchs Backstage gefolgt von Michael Jacksons "Black or White". Den endgültigen Abschluss des Abends gab es dann mit "Enjoy the Silance" und "Walk this Way".

Dick Brave und seine Band
Dick Brave und seine Band
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Ein tolles Konzert, das den Rockabilly-Style der 60er Jahre zurück brachte. Bei der Umsetzung stimmt nahezu jedes Detail. Beim Bühnenlicht wird bewusst auf Farbe verzichtet. Die LEDs blieben weiß, um das perfekte Konzerterlebnis von damals vorzugaukeln. Typische Elvis Mikros kamen zum Einsatz, der Kontrabass von Felix Wiegand, Schlagzeuger Sven Petri steht an seinem Gretsch-Broadcaster-Set, der Pianoman Max Schuller, der zum Publikum gedreht den Fuß im Takt aufstampft oder ihn lässig auf dem Klavier abstellt. Alle Bewegungen der Band wirken so, wie man sie von alten Konzertaufnahmen sämtlicher Rock'n-Roll-Größen kennt.

Plektrum Dick Brave
Plektrum Dick Brave

Nach dem Konzert leerte sich das Backstage nach und nach. Während die einen ihre Pfandbecher zurückgaben, den Merchstand besuchten oder am Ausgang noch ein Foto oder ein Autogramm von Dominic Moews abstaubten, beobachtete ich das Geschehen auf der Bühne. Wo normalerweise direkt nach dem Abgang der Künstler mit dem Abbau begonnen wurde, passierte diesmal nichts. Vermutlich musste die Crew verdientermaßen noch kurz auf dem Tourabschluss anstoßen. Irgendwann kam dann doch jemand, der Setlisten und Gitarren Piks an die verbliebenen Fans verteilte. Ich konnte auch ein gebrandetes Plektrum von Gitarrist Chris Vegaabgreifen, das zur bestehenden Sammlung in die Wohnzimmer Vitrine kommt.

Ein wirklich toller Konzert-Abend mit echter handgemachter Musik. Ich hoffe, dass es keine weiteren 12 Jahre mehr dauert, bis Dick Brave zur nächsten Deutschland-Tour vorbei schaut.


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